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Arkham Horror: Das Kartenspiel

Bei Arkham Horror: Das Kartenspiel von Asmodee Deutschland handelt es sich um ein kooperatives Living Card Game für 1-4 Spieler, wobei in jedem Grundset nur Material ist, um Kartendecks für zwei Investigatoren gleichzeitig zusammen zustellen. Die Spieler übernehmen die Rolle einer Figur und gemeinsam gehen sie seltsamen, übernatürlichen Ereignissen in den 1920ern nach. Die Ereignisse sind dabei an den Hintergrund der Geschichten Howard P. Lovecrafts angelehnt.

Die Charaktere

Ein Kartendeck besteht aus einer Charakter-Karte mit den vier Werten und der speziellen Eigenschaft des Charakters und einem selbst zusammen gestellten Kartenstapel aus 30 Karten, plus den zwei geistigen Schwächen. Die Karten aus dem Stapel können Verbündete sein, welchen die Gruppe begleiten und unterstützen, Waffen und Ausrüstung, Zauber oder auch Ereignisse, welchen in bestimmten Situationen nützlich sein können.

Noch ist alles still und ruhig in Dunwich, bis auf die gelegentlichen Schreie des Ziegenmelkers.

Die Orte

Zu Beginn werden in der Tischmitte die Karten mit den verschieden Örtlichkeiten ausgelegt. Dies können die Geschäfte eines Dorfes, aber auch die Wagons eines Zuges sein. Die Charaketre können sich nun frei und unabhängig von einander bewegen, wobei durch Symbole gekennzeichnet ist, welcher Ort von welchem zu erreichen ist. Erst wenn ein Ort betreten wird, wird die Karte umgedreht und die speziellen Regeln des Ortes treten in Kraft. Meist verfügt ein Ort über Hinweise, welchen dann von den Charakteren gesammelt werden müssen, um im Spiel weiter zu kommen.

Die Spielrunde

Die Spielrunde besteht aus unterschiedlichen Phasen; in der Mythos-Phase ziehen die Spieler jeweils eine Begungskarte. Diese Begegnungen oder Ereignisse sind in der Regel recht unangenehm, entweder für den einzelnen Charakter oder gar die gesamte Gruppe.
In der Ermittler-Phase hat jeder Charakter dann drei Aktionen zur Verfügung, die er nutzen kann um mit den Orten zu interagieren, Karten auszuspielen, Monster zu bekämpfen oder sich von A nach B zu bewegen, usw. Hierbei kann man zwar gemeinsam das weitere Vorgehen absprechen, die bei Coop-Spielen häufig auftretende Alphaspieler-Mechanik kommt bei diesem Spiel jedoch nicht zum tragen.
Danach folgen die Gegner-Phase, in der alle Monster und Kultisten handeln und die Aufräum-Phase, wo Karten nachgezogen und Resourcen verteilt werden.

Der Zufall

Ein cleverer Mechanismus, um den Zufall in das Spiel zu bringen, sind verschiedene Marker mit Zahlen und Symbolen. Wenn ein Spieler eine Probe ablegen soll, addiert er zu seinem Eigenschaftswert verschiedene Boni durch Ausrüstung, Ereignisse usw.. Dann zieht er einen der Marker und addiert diesen zu dem Wert dazu. Dabei gibt es auch spezielle Marker, die Ereignisse auslösen oder spezielle Fähigkeiten des Charakters triggern können.
Die Zusammensetzung der Marker kann je nach gewünschter Schwierigkeit variieren oder sich auch im Laufe der Kampagne durch Ereignisse oder Entscheidungen verändern. Auch können bestimmte Marker, je nach Szenario, andere Bedeutungen haben, welche man dann einer zum Abenteuer zugehörigen Karte entnimmt.
Leider liegt dem Grundset kein Beutel bei. Da es sich dabei eigentlich um einen „Pfennig-Artikel“ handelt, wäre hier eine kleine Verbesserung, denn eine Beutel kann man einfach dem Spieler anreichen und das blind ziehen wird dadurch erleichtert.

Die Kampagne

Eine Kampagne besteht immer aus einer Deluxe-Erweiterung und sechs Kartenpacks, welche zusammen eine fortlaufende Geschichte bilden. Jede Erweiterung enthält dabei die für das Szenario benötigten Begegnungskarten, aber auch neue Charaktere und Ausrüstungskarten. Nach jedem Abenteuer wird im einem Kampagnen-Log eingetragen, was die Charaktere erreicht oder auch nicht erreicht haben und so hat jedes Spiel Auswirkungen auf folgende Spiele. Im Kampagnen-Log werden aber auch Entscheidungen notiert, die die Spieler getroffen haben. So können sich die Spieler nach dem Einstiegsszenario entscheiden, das eigene Haus nieder zu brennen oder auch nicht, oder in einem anderen Szenario das gefürchtete Necronomicon mitzunehmen oder zu vernichten. Dadurch und dadurch, dass es von den Örtlichkeiten oft zwei Varianten gibt, von der eine per Zufall für das aktuelle Szenario ausgewählt wird, hat das Spiel einen sehr hohen Wiederspielwert.
Nach jedem Abenteuer bekommen die Charaktere außerdem Erfahrungspunkte, mit denen verbesserte Kartenversionen für das Kartendeck gekauft oder ausgetauscht werden können. Dadurch ergibt sich eine stetige Verbesserung und Wandlung des Charakters.
Insgesamt hat das Spiel stark den Charakter eines Rollenspiels, wobei die Rolle des Spielleiters vom Spiel übernommen wird.

Geschafft! Die Kreatur ist tot!…aber so auch fast Jenny und Zoey!

Das Fazit

Uns gefällt Arkham Horror sehr gut und bisher konnte jedes Spiel mit überraschenden Wendungen aufwarten und war spannend bis zum Schluss. Meist konnten wir gerade noch mit allerletzten Aktion oder dem allerletzten Lebenspunkt ein Ziel erreichen, bevor es zu einem Desaster kommen oder wir alle gestorben oder wahnsinnig geworden wären.
Da wir uns auch tatsächlich nur die Auflösungen durchlesen, die wir geschafft haben, fragen wir uns oft, was was passiert wäre, wenn wir doch den Professor gerettet hätten und nicht die Studenten oder wenn wir das Monster am Schluss nicht bekämpft hätten, sondern lieber den Hinweisen nachgegangen wären.
Die erste Kampagne spielen wir zu dritt, aber die Abenteuer aus dem Grundset wurden von uns von jeweils zwei Gruppen zu zweit gespielt und dabei spielte sich tatsächlich jedes Szenario anders, als in der anderen Gruppe.

Man muss schon sagen, dass Fantasy Flight Games aus den anderen guten Coop-Kartenspielen, Der Herr der Ringe und das nicht mehr erhältliche Warhammer Quest, sehr gelernt hat und hier ein solides Spiel abgeliefert hat, in dem nochmal an einigen Mechanismus-Schrauben gedreht wurde. Es ist stimmungsvoll und spannend und alle Regeln greifen gut ineinander, ohne aufgesetzt zu wirken.

5/5 Ältere Zeichen und damit eine volle Empfehlung! Lediglich ein fehlender Beutel und die, bei FFG übliche beschränkte Ausstattung des Grundsets, wären unsere Kritikpunkte.

Keep calm and carry on gaming!

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